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Maria Magdalena: Heilige und Kirchenpatronin in Münnerstadt

Die Münnerstädter Stadtpfarrkirche hat als Kirchenpatronin die heilige Maria Magdalena. In einem Vortrag im Rahmen der Reihe „Schatzkästlein St. Maria Magdalena“ beschäftigte sich Stadtpfarrer P. Markus Reis mit der Heiligen.

Was steht von ihr in der Bibel? Welche Legenden ranken sich um diese Frauengestalt? Was bedeutet Maria Magdalena heute für jeden Gläubigen? Diesen Fragen ging P. Markus in der gut besuchten Veranstaltung nach.

In der Bibel gehört Maria Magdalena zu den wenigen Frauen, die überhaupt genannt sind. In den Evangelien findet sie Erwähnung als treue Begleiterin Jesu sowie als Zeugin bei der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. P. Markus betonte in seinem Vortrag: „Sie muss eine wichtige Rolle gespielt haben“.  Heute gehe man davon aus, dass Maria Magdalena eine einflussreiche Frau im Kreis um Jesus gewesen ist. Auch müsse sie wohlhabend gewesen sein, ist die Interpretation aufgrund ihrer Erwähnungen in der Bibel.

In der kirchlichen Tradition werde sie als Apostelin der Apostel bezeichnet, weil sie als erste den auferstandenen Jesu sah und die Osterbotschaft den Jüngern verkündete. In späteren Textstellen des Neuen Testaments tauche Maria Magdalena jedoch nicht mehr auf, betonte P. Markus. Allerdings sei das auch bei vielen anderen der Fall; es habe also nicht unbedingt damit etwas zu tun, dass Maria Magdalena eine Frau gewesen ist, so P. Markus auf Nachfrage aus dem Publikum.

In der Stadtpfarrkirche nimmt Maria Magdalena in drei Kunstwerken eine zentrale Rolle ein. So bildet sie den Mittelpunkt des nach ihr benannte Magdalenenaltars. Im Chorraum hängt außerdem das Noli-me-tangere-Bild, das im einstigen barocken Altar der Stadtpfarrkirche das Zentrum bildete. Außerdem gehören die Glasmalereien im historischen Magdalenenfenster (um 1425) dazu. Was sehen die Menschen heute, wenn Sie in der Stadtpfarrkirche die Darstellungen der Maria Magdalena betrachten? Diese Frage stellte sich P. Markus. Interessieren sie sich hauptsächlich für das Kunstwerk oder geht es ihnen auch um Verehrung der Heiligen?

Um das Leben der Maria Magdalena entstanden schon früh Legenden. Die ersten sind in der Zeit zwischen 160 bis 400 nach Christus entstanden. In der Legende Aurea wurden diese im 13. Jahrhundert zusammengefasst schriftlich festgehalten. Diese dort aufgeschriebenen Legenden hätten großen Einfluss auf die Darstellung der Heiligen im Münnerstädter Riemenschneideraltar, so P. Markus. 

Die Legenden um die Heilige zeigen allerdings auch Ähnlichkeiten zum Leben anderer Frauengestalten Namens Maria, wie der Heiligen Maria von Ägypten. Sie könnte unter anderem als Vorlage für Legenden um Maria Magdalena gedient haben. Während in der orthodoxen Kirche bis heute mehrere Heilige namens Maria verehrt werden, seien diese in der katholischen Kirche mit der Legende um Maria Magdalena zu einer Person verschmolzen.

Doch was bedeutet die Kirchenpatronin in der Neuzeit? P. Markus erinnerte daran, dass der katholische Frauenbund Maria Magdalena als Vorbild in einer von Männern dominierten Kirche ansieht. Das Leben der Heiligen biete viele Ansatzpunkte, um auch heute noch ihren Beistand zu erflehen, fand P. Markus. Einige Anliegen an Maria Magdalena trug er in seinem Vortrag vor. Gemeinsam sangen die Anwesenden dann auch das Magdalenen-Lied, das traditionell zum Patronatsfest gesungen wird.

Im Anschluss an seinen Vortrag bot sich die Gelegenheit, die Kunstwerke der Stadtpfarrkirche näher zu besichtigen. Außerdem lud die Kirchengemeinde wieder zu einem kleinen Umtrunk in der Kirche ein.

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